Was an dieser Stelle zu wenig zur Sprache kommt, ist die Perspektive der Betroffenen selbst. Sie tauchen in Statistiken auf, in Fallbesprechungen, in Pressemitteilungen — selten in eigener Stimme. Diese Leerstelle gehört adressiert.

Das Buch erscheint in einer Reihe, die sich der Wiederbelebung sozialphilosophischer Klassiker verschrieben hat. Wer sich in dieser Tradition zuhause fühlt, wird einige bekannte Argumentationsfiguren wiedererkennen — und sich an Stellen ärgern, an denen die Einordnung in den Forschungsstand fehlt.

Die Redaktion hat im Vorfeld mit mehreren Fachpersonen gesprochen, die anonym bleiben wollten. Was in diesen Gesprächen zur Sprache kam, deckt sich nur teilweise mit den offiziellen Verlautbarungen — und genau das macht die Berichterstattung schwierig.

Eine wesentliche Stärke des Werks liegt in seiner internationalen Verortung. Anstatt deutsche Verhältnisse als Maßstab zu setzen, werden vergleichende Perspektiven aus Frankreich, Skandinavien und den USA herangezogen. Das eröffnet einen Möglichkeitsraum, der im deutschen Diskurs sonst oft fehlt.