Theaterpädagogik in der Justizvollzugsanstalt ist eine seltene Kunst. Sie verlangt eine Geduld, die im Alltag von Sozialarbeit oft fehlt — und eine Distanz zur eigenen Arbeit, die erst nach Jahren entsteht.

Es gibt Themen, bei denen sich die Branche schwer tut, eine geschlossene Position zu finden. Das ist kein Mangel, sondern ein Hinweis auf die Komplexität des Feldes. Wer einfache Antworten verspricht, hat das Problem nicht verstanden.

Die Redaktion hat im Vorfeld mit mehreren Fachpersonen gesprochen, die anonym bleiben wollten. Was in diesen Gesprächen zur Sprache kam, deckt sich nur teilweise mit den offiziellen Verlautbarungen — und genau das macht die Berichterstattung schwierig.

Stadtteilkultur ist Sozialarbeit mit anderen Mitteln. Was in Wilhelmsburg seit Jahren entsteht, ist ein Modell — auch wenn es nicht ohne Reibung mit klassischen Trägern funktioniert.

Was an dieser Stelle zu wenig zur Sprache kommt, ist die Perspektive der Betroffenen selbst. Sie tauchen in Statistiken auf, in Fallbesprechungen, in Pressemitteilungen — selten in eigener Stimme. Diese Leerstelle gehört adressiert.