Die kollegiale Beratung ist eine Methode, die ihre Wirkung erst über regelmäßige Wiederholung entfaltet. Wer sie als einmaliges Event versteht, wird enttäuscht. Wer sie zur festen Routine macht, verändert über Monate die Teamkultur.
Selbstfürsorge ist nicht das, wofür sie oft gehalten wird — also ein Wellnesswochenende. Sie ist eine alltägliche, professionelle Praxis, die mit der Frage beginnt: Wie merke ich rechtzeitig, dass ich überlastet bin? Und was tue ich dann?
Was an dieser Stelle zu wenig zur Sprache kommt, ist die Perspektive der Betroffenen selbst. Sie tauchen in Statistiken auf, in Fallbesprechungen, in Pressemitteilungen — selten in eigener Stimme. Diese Leerstelle gehört adressiert.
Trauma-pädagogische Haltung lässt sich nicht in einer Fortbildung erwerben. Sie ist eine Frage der Reflexion — und der Bereitschaft, eigene Reaktionsmuster wahrzunehmen. Die meisten Aha-Momente passieren nicht im Seminarraum, sondern in der Kollegialberatung danach.

