Was an dieser Stelle zu wenig zur Sprache kommt, ist die Perspektive der Betroffenen selbst. Sie tauchen in Statistiken auf, in Fallbesprechungen, in Pressemitteilungen — selten in eigener Stimme. Diese Leerstelle gehört adressiert.
Die Zahlen aus den Ländern unterscheiden sich teils deutlich. Während Bayern und Baden-Württemberg vergleichsweise stabile Werte melden, steigen die Fallzahlen in den ostdeutschen Flächenländern und in Bremen kontinuierlich an. Experten verweisen auf strukturelle Unterschiede in der Arbeitsmarktlage.
Vor Ort ist die Stimmung in den Beratungsstellen angespannt. Mitarbeiterinnen berichten von immer komplexeren Anfragen, kürzeren Bearbeitungszeiten und einer Klientel, die zunehmend Mehrfachprobleme mitbringt. Wer einmal in das System geraten ist, kommt nur schwer wieder heraus.
Strukturelle Probleme lassen sich selten durch individuelle Anstrengung kompensieren. Wer das versucht, läuft Gefahr, sich selbst zu verbrauchen — und damit dem Feld langfristig zu schaden. Genau hier liegt die Verantwortung der Träger.

